Maria Theresia hat die Schulpflicht am 6. Dezember 1774 mit der „Allgemeinen Schulordnung“ für die Habsburgermonarchie eingeführt. Die Pflicht galt für Kinder von 6 bis 12 Jahren und legte den Grundstein für das staatliche Schulwesen in Österreich.
Allgemeine Schulordnung
für die deutschen
Normal-Haupt-und Trivialschulen
in sämmtlichen Kaiserl. Königl. Erbländern
d.d. Wien den 6ten December 1774
Die Abkürzung d.d. ist lateinisch „de dato“ und bedeutet „vom Tag der Ausfertigung“
Die Verordnung beginnt mit „Wir Maria Theresia, von Gottes Gnaden Römische Kaiserinn, Wittib, Königinn zu Hungarn, Böheim…
Fast die ganze erste Seite, über 19 imposante Zeilen braucht allein die Bekanntmachung der Kaiserin mit allen Titeln und Ländereien. Dann geht es weiter:
Entbieten allen und jeden getreuen Insassen, und Unterthanen Unserer Erbkönigreiche, und Landen, weß Standes, oder Würde dieselben immer seiyn mögen, Unsere Gnade, und geben euch hiemit gnädigst zu vernehmen
Erst dann auf der nächsten Seite folgt die eigentliche Verlautbarung.
Beweggrund zur Festsetzung einer allgemeinen Landschulordnung
Da Uns nichts so sehr, als das wahre Wohl der von GOtt Unserer Verwaltung anvertrauten Länder am Herzen liegt, und Wir auf dessen möglichste Beförderung ein beständiges Augenmerk zu richten gewohnt sind, so haben Wir wahrgenommen, daß die Erziehung der Jugend, beyderley Geschlechts, als die wichtigste Grundlage der wahren Glückseligkeit der Nationen ein genaueres Einsehen allerdings erfordere.
Dieser Gegenstand hat Unsere Aufmerksamkeit um desto mehr auf sich gezogen, je gewisser von einer guten Erziehung, und Leitung in den ersten Jahren die ganze künftige Lebensart aller Menschen, und die Bildung des Genies, und der Denkensart ganzer Völkerscharen abhängt, die niemals kann erreicht werden, wenn nicht durch wohlgetroffene Erziehungs- und Lehranstalten die Finsternis der Unwissenheit aufgekläret, und jedem der seinem Stande angemessene Unterricht verschaffet wird.
Zur Erreichung demnach dieses so nöthigen, als gemeinnützigen Endzwecks haben Wir für gesammte Unsre deutsche Erbkönigreiche, und Länder gegenwärtige allgemeine Landesschul-Ordnung festzusetzen befunden.
Maria Theresia und Mozart
Maria Theresia und Mozart hatten eine faszinierende, wenn auch kurze, Verbindung: Der junge Mozart begeisterte die Kaiserin und ihren Hof mit seinem virtuosen Spiel (er sprang ihr sogar auf den Schoß!), erhielt später den Auftrag für eine Oper und stand im Umfeld des Wiener Hofes, während sie gleichzeitig als mächtige Regentin agierte; sie sah seine Genialität früh, aber eine direkte Anstellung blieb aus, obwohl sie seine Karriere förderte, indem sie ihm Anerkennung und Gelegenheiten verschaffte.
Das Mozartporträt mit seiner zeittypischen weißen Perücke kennen wir alle (nicht zuletzt von den köstlichen Mozartkugeln) daher haben wir den „historischen FIPS VOM BIPS“ mit ebenso einer Perücke ausgestattet.
Schreibschrift alt und neu / Handwriting old and new
Der erste Standort unserer Schule / The first location of our school
Das Haus Münzgrabenstraße 7 war der erste Standort der Kronesschule, ein Klassenzimmer in der Seifensiederei.
Ein Gemälde von Josef Arbesser von Rastburg zeigt, wie es noch bis zum zweiten Weltkrieg ausgesehen hat: Das Portal ist in der Mitte des Gebäudes.
Eine Kriegsbombe hat den rechten Flügel des Hauses beschädigt, der ganze rechte Flügel wurde nicht mehr wieder aufgebaut, so dass das Eingangsportal nun auf der rechten Seite des bestehenden Hauses liegt. Die Fassadengestaltung und vor allem das prächtige Portal blieben erhalten.